IDT 2022 - Sprachkurse

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Letzte Änderung: 19.05.2021; 21:45

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idt 2022 Wien
Grammatikmanufaktur
(Gibala)

Argumente zur Forderung von Dufeu: Gesten statt Regeln
Ist die Regel nützlich?
Meine Schülerinnen und Schüler wollen sie nicht mehr missen. Ich spreche hier auch nicht von Regeln sondern von Gesten, die in einem Metacode erlernt werden. Die Grammatikmanufaktur ist eine didaktische Grammatik. Sie will, besonders bei schwierigen Fällen der Grammatik, helfen. Grammatik wird damit leicht: Sie ist nicht erschöpfend ausgeführt. Die Regel an sich ist nicht nur eine Regel, sie ist in eine bestimmte Gestik eingebaut. Es wird dabei auf Arbiträre (willkürliche) VMIs zurückgegriffen: Das sind Erfindungen von arbiträren Bewegungen durch die Lehrperson oder durch die Lernenden. Kaum Referenzen in der realen Welt. Voice Movement Icons (VMIs) sind das wissenschaftlich getestete Werkzeug, um die Speicherung und den Abruf von Vokabeln sowie morphologischen und syntaktischen Strukturen zu erleichtern, zu beschleunigen und gegen das Vergessen resistent zu machen. VMIs werden als Metacode synchron zum fremdsprachlichen Code gelernt. (Macedonia, Manuela 2004) Sie entspricht zu 100% den mentalen Prozessen, da sie neurowissenschaftlich aufgebaut wurde.
Ist sie klar und nachvollziehbar?
Äußerst. Die Grammatikmaufaktur erlernt man mit Gesten. Zu jedem Punkt gibt es eine Visualisierung der Gesten. Die Grammatikmanufaktur baut man wieder ab (Kritische Frage bei einem Referat an der Universität Prag), indem man sie ausklingen lässt. Lernende Personen verwenden sie solange, sie sich nicht sicher sind. Wenn die grammatischen Regeln / eigentlich Gesten verinnerlicht sind, verwendet sie niemand mehr.
Ist sie ökonomisch? Ist sie anwendbar?
Das ist die effektivste Methode, die es momentan (2020) in Unterrichtsformen gibt, die Verbindung von Gestik und Inhalt. Im Bereich A1, A1+, A2 und A2+ GeRS für Deutsch sichert es bereits die gesamte Grammatik. Die lernenden Personen können / nicht kennen(!) die Grammatik am Ende von A2+ (Grundstufe). Die Grammatikmanufaktur wird von den lernenden Personen bei Bedarf sogar selbstständig angewendet. Sie benötigt keiner schriftlichen Aufzeichnungen. (Es gibt sie aber!) Arbeitsblätter können souverän bearbeitet werden, beim Sprechen ist sie unersetzbar, da immer präsent.
Ist sie leicht zu behalten?
VMIs machen nicht nur gegen das Vergessen resistent, sondern beschleunigen (Akzeleration ist übrigensdie beste Motivation) den Spracherwerb extrem. Die Grammatik ist omnipräsent, sie kann wirklich jederzeit aus dem Ärmel geschüttelt werden.
Grammatikphänomene
(Dufeu)

...
Kriterien für eine gute Regel (Dufeu, Bernard; 1993)
  • Ist die Regel nützlich? Nicht jedes sprachliche Phänomen muss Gegenstand einer Regel sein.
  • Ist sie klar, d.h. ist sie in einer verständlichen Sprache ausgedrückt?
  • Ist sie nachvollziehbar? Entspricht sie mentalen Prozessen, die im Sprechen verwirklicht werden können?
  • Ist sie ökonomisch?
  • Ist sie leicht zu behalten?
  • Ist sie anwendbar? Einige Regeln beschreiben den Prozess, sie können aber als solche in der Praxis nicht benutzt werden.
...
Ein wenig grammatikalischer Schluss (Dufeu, Bernard; 1993)
Es scheint mir wichtig, eine Konzeption der Vermittlung grammatikalischer Phänomene zu entwickeln, die die Teilnehmerzentriertheit des Gesamtspracherwerbs berücksichtigt. Dies fördert den Integrationsprozess der Fremdsprache bei den Teilnehmern ebenso wie ihren Entdeckungsgeist und ihre Experimentierlust. Es weckt damit ihre Neugierde für die Fremdsprache und für das Fremde.
...

Fremdsprachenwachstum (Knapp/Buttaroni)

Der Begriff Fremdsprachenwachstum von Susanna Buttaroni und Alfred Knapp ist wirklich genial.
Drei wichtige Punkte sind Träger dieser Theorie:
  • Die Verwendung von authentischen Texten,
      • Argument: Ja, authentische Texte sollen verwendet werden, semiauthentische Texte halte ich nicht für so geeignet.
      • Argument: Selbst erstellte Texte von Vortragenden sind eher zu vermeiden / semiauthentische Texte sind eben semi.
  • Formenerkennung in der Sprache ohne Systematik (=Grammatik) und
      • Der Formenerkennung stimme ich zu. Grammatik ist nicht alles, aber ohne Grammatik ist alles nichts (Gibala).
      • Ohne Systematik ist außerhalb jeder Praxis. Eine Nadel im Heuhaufen zu finden, ist schon schwierig. Aber wenn ich nicht weiß, was ich suche - was finde ich!?
  • die Theorie baut auf der Universalgrammatik von Chomsky auf.
      • Chomsky ist für den Unterricht obsolet. Der Wunsch nach einer Universalgrammatik ist nett, aber für den Unterricht nicht zu gebrauchen. Sprache muss man lernen (Tomasello, Michael 2003/2005).

Weiteres Argument:
Diese drei Punkte müssen also im Sprachunterricht geändert bzw. ausgeweitet werden.
Authentisch sind nicht nur Texte sondern auch Situationen. Wir machen nicht nur Textunterricht, sondern auch(!) Sprachunterricht. Die Agilität (Beweglichkeit) der Lehrperson und das entsprechende Machen der Lernerinnen / Lerner zeigt einen anderen Weg. Aber auch Texte können anders präsentiert werden. Statt Textung mal Bildung? Die Grammatikmanufaktur ist auch ein Lösungsweg. Siehe auch unter Nomenklatur meine Bachelorarbeit.


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